#Werkschau: Zuschaukunst

Warum dieses neue Format Werkschau? Besteht ein Bedarf zu erklären, »was zum Henker sich die Theatermacher bei ihren Projekten gedacht haben«?

Johanna Bantzer: Es geht uns nicht ums Erklären. Wir wollen auch keine Interpretationen für die Stücke liefern. Es wird kein Deutschunterricht! Wir wollen nicht über den Autor oder das Endprodukt reden, sondern über den Entstehungsprozess, den Weg, den eine Produktion durchläuft.

Was und wen möchtest du mit diesem Format erreichen?
Bantzer: Ich möchte versuchen, die Köpfe für neue Sichtweisen zu öffnen. Jede Theateraufführung ist ein Diskurs, eine offene Frage, über die wir uns austauschen und auch streiten können. Theater ist immer ein Prozess, bei dem eine Gruppe verschiedener Menschen zusammenkommt, um eine Geschichte zu erzählen. Ich möchte zeigen, wie sich dieser Prozess gestaltet, was für Menschen – auch hinter der Bühne – daran beteiligt sind und womit sie sich beschäftigen.

Und in welcher Form machst du das? In einer Gesprächsrunde?
Bantzer: Nein, es wird keine Talkshow und kein klassisches Einführungsformat. Für jede Werkschau-Folge entwickle ich ein eigenes künstlerisches Konzept. Ein Konzept, das nicht vorsieht, viel über Kunst zu reden, sondern etwas zu zeigen. Ich möchte Fotos und Tonaufnahmen einsetzen. Vielleicht kann ich auch einige Beteiligte zu Live-Performances bewegen…

Geht es jeden Monat um eine neue Produktion?
Bantzer: In jeder Werkschau porträtiere ich eine Produktion, die gerade geprobt wird. Aber ich konzentriere mich dabei jeweils auf einen besonderen Aspekt, zum Beispiel den Raum, den Text, die Ausstattung oder Kostüme der Produktion.

Interview: Janina Martens

 

Am 17. Oktober widmet sich Johanna Bantzer dem Zuschauer. Sie wird sich mit Ihnen an einen Tisch setzen, austauschen. Es gibt die Chance das "Open Mic" zu nutzen. Für alle, die mal was loswerden wollen. Schreiben Sie was auf, schicken Sie uns Nachrichten, was immer Ihnen spontan einfällt. Kommen Sie einfach vorbei, auf einen Wein, sprechen Sie, hören Sie zu, berichten Sie, streiten Sie!

Ingeborg Rindermann und Berthold Pieterek kommen als geladene Gäste von den Schauspielhausfreunden (GFS), reden mit, regen an und berichten von dem, was sie als Zuschauer am Schauspiel Hannover in den letzten Jahren erlebt haben.

Johanna Bantzer stellt sich Ihren Fragen.

17.10.17, 20:00 Uhr, Cumberland Tickets HIER