aktuelle Sonderausstellungen

 

Das Theatermuseum Hannover hat wieder für Sie geöffnet und zeigt bis zum 21. Mai 2017 die Sonderausstellungen:

 

 

 

+ KURT SCHWITTERS UND DIE STÄDTISCHEN BÜHNEN HANNOVER. 1929 bis 1933

"Typographie kann unter Umständen Kunst sein". K. S.

 

Die aktuelle große Sonderausstellung rückt Typographie, Gestaltung, Kunst und Kurt Schwitters ins Zentrum. Das Theatermuseum Hannover zeigt u. a. Schwitters-Originale aus dem eigenen Archiv und befragt die Geschichte der Programmheftgestaltung der Städtischen Bühnen Hannovers.
In der Zeit von 1929 – 1933 war kein Geringerer als der Hannoveraner Merz-Künstler Kurt Schwitters als für das visuelle Gepräge der Hefte von Oper und Schauspiel zuständig. Denn neben seinem frei künstlerischen Schaffen abstrakter Malereien, Collagen, Assemblagen und (Laut-) Gedichten, professionalisierte er sich auch als Typograph und Werbegestalter.
Schwitters Ein-Mann-Agentur, der »Merz-Werbezentrale« in der Waldhausenstraße 5 in Hannover-Döhren, erhielt im Januar 1929 den offiziellen Auftrag von der Stadt Hannover alle städtischen Drucksachen grundlegend neu zu gestalten.
Dieser Auftrag wurde vor dem Hintergrund einer Büroreform veranlasst, im Zuge derer u.a. das DIN-Format die ungenormten Folio-Blätter ablöste. Ziel und Zweck der Neugestaltung war es ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild zu schaffen, das klar und unmittelbar die Stadt Hannover als Absender und Herausgeber erkennen ließ. So kam es, dass Schwitters neben städtischen Formularen, Anträgen, Briefbögen, Briefumschlägen etc. auch die Programmhefte und Spielplanplakate des städtischen Bühnenbetriebs entwarf.
In Gedanken an Schwitters´ These »Typographie kann unter Umständen Kunst sein« soll in der Ausstellung ein Blick auf die Programhefte und ihre Besonderheiten geworfen werden. Präsentiert werden Archivalien vor, nach und während Schwitters Entwürfen. In einer visuellen Chronologie lässt die Sonderausstellung eine spielerische Zusammenschau zu. Es ist der Versuch die (typo-) graphische Formgebung der Hefte in ihrer Serie und Entwicklung zu sehen. Was geben ihr Formenspiel, Schrift, Farben, Komposition preis? Was erzählen diese Elemente und wie wirken sie auf uns heute? Was ist an Schwitters‹ »neuer Typographie« neu? Wie sehen die Programmhefte des Hauses danach aus?

 

+ DER FILMSCHAUSPIELER DIETER BORSCHE ALS BALLETT-TÄNZER BEI YVONNE GEORGI. Hannover 1930 bis 1935

Zur selben Zeit wie Kurt Schwitters, aber in ganz anderer Art, hatte Dieter Borsche mit den Städtischen Bühnen Hannover zu tun: Der gebürtige Hannoveraner begann hier als Balletttänzer unter Yvonne Georgi und Harald Kreutzberg. Dem Filmschauspieler Dieter Borsche (1909-1982), der seine Karriere als Tanzeleve und Tänzer an der Städtischen Oper begann, ist eine Kabinettausstellung gewidmet. Das Theatermuseum geht auf Spurensuche nach Dieter Borsche, der in den 1950er Jahren zu einem der beliebtesten deutschen Filmstars wurde. Aus Borsches persönlichem Nachlass gibt es u.a. seine zwei "Bambis" zu sehen, mit denen er 1951 und 1952 als publikumsstärkster Schauspieler ausgezeichnet wurde. 


+ DIE PHOTOGRAPHIN ROSEMARIE CLAUSEN. 20 Schauspielerporträts

In 20 ausdrucksstarken Schauspielerporträts stellt das Theatermuseum die Photographin Rosemarie Clausen (1907-1976) vor.
Die bedeutende, preisgekrönte Theater- und Poträtphotographin der Nachkriegszeit war in Berlin und Hamburg tätig und lichtete große Mimen ihrer Zeit ab. Das Theatermuseum zeigt u.a. Porträts von Gustaf Gründgens, Heinz Rühmann, Samuel Beckett, Will Quadflieg, Elisabeth Flickenschildt.

 


Auch die aktuelle Ausstellungs-Trias vermittelt in spielerischer und multimedialer Art Hintergründe und Eindrücke - und eröffnet einmal mehr Zugänge zu (lokaler) Theater- und Bildgeschichte.