Das Anadigiding

Teil 1 von und mit Rainald Grebe

(Es gibt noch Restkarten für die Premiere!)

Premiere | Sa 28.06.14 | 19:30 | Schauspielhaus

© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz© Karl-Bernd Karwasz

Ich bin kein digital native. Ich muss es sagen. Ich habe 1990 meine Nikon-Spiegelreflexkamera getauscht gegen eine alte Schreibmaschine, mit der man DIN-A1-Seiten beschriften konnte. Ein Mordwerkszeug, das man nur zu zweit tragen konnte. Unbrauchbar. Ich wollte meist zurück in die Vergangenheit. Zu Super8-Filmen und Edisonwalzen. Ich war immer zu spät. Mein erstes Handy hatte ich 2001, da war ich zum ersten Mal im Internet. Und das ist die beste Voraussetzung für dieses Vorhaben: die große Zeitenwende, die meine Generation erlebt, den Übergang vom Analogen zum Digitalen Zeitalter zu beschreiben. Um es mal groß zu formulieren: Das bestimmende Lebensthema ist nicht die Wiedervereinigung, ist nicht der Krieg gegen den Terror, es ist das Anadigi Ding.

Das durchzieht alle Lebensbereiche. Mehr, als ich vielleicht jetzt vermute. Das bleibt. Und ich habe die Vermutung, dass der Computer, das Gerät, mein Denken und Handeln mehr verändert als sonst etwas. Das Betriebssystem 1-0 attackiert mehr, als uns lieb ist. Es verändert viel, alles. Wert und Wertigkeit von Menschen und Dingen, Beziehungen, Ideologien, Religionen. Das Denken. Das Handeln. Fuck. Das Leben. Das Sein. DIE MASCHINE DOMINIERT DAS LEBEN.

Die Alten sagen: Digitale Demenz. Bamm! Alles – äh – wird unübersichtlicher, ADHS, man wird abgelenkt, alles scheiße, Halma spielen. Die Jungen, die damit aufgewachsen sind, für die ist das alternativlos, die grenzen sich ab und sagen: Wer die Technik nicht beherrscht, ist raus.

Es ist der Auftrag an die Zwischengeneration, an die Künstler, die Fantasten, die Fantasiebegabten, diesen Übergang zu beschreiben. Mit Witz, mit Spucke, mit Theater. Das findet so selten statt. Da fehlt mir was. Darum will ich das machen. Die Lücke füllen, die ich immer spür. Mit dem größtmöglichen Spagat, den ich mir denken kann. Ein analoges Museum. Ohne Nostalgie.

Ich begebe mich auf eine Zeitreise. In die Schnittstellen der Geschichte, in den Transit. Die erste Schreibmaschine. Die mechanische Uhr. www.bronzezeit.de

Ich ana du digi. Ich anadigi. Digiana. Was der Sache fehlt: Spiel. Bilder. Locker bleiben. Können vor lachen. Ich will die Generationen zusammensehn. Auf einer Bühne. Denn das Theater hat gerade noch gefehlt.

Warum drei Jahre? Weil alles so schnelllebig ist. Und weil ich nicht nach sechs Wochen schon das nächste total relevante Thema touchieren will. Es ist der Versuch, länger zu bleiben. Mal sehen… einer Sache auf den Grund gehen, ein Anachronismus. Aber es ist ja auch Theater. Aber dafür ist Theater ja da.

 

Rainald Grebe

 

Rainald Grebe hat »Das Anadigi Ding« als eine drei Jahre laufende theatrale Langzeitstudie angelegt. Am Anfang steht »Das Rainald Grebe Konzert« im Schauspielhaus. Ein Archiv, analog und digital, soll entstehen und eine Vielzahl an Formaten für die drei Jahre entwickelt werden. Grebe will auf die Cebit. Grebe will Stadtspaziergänge machen oder in Wohnungen spielen. Wie ist das Thema zu greifen? Auch darum wird die Suche des Berliner Künstlers gehen. Am Ende der kommenden Spielzeit sollen die ersten Ergebnisse der Recherche aber erst einmal in der großen Bühnenshow »Das Anadigi Ding« präsentiert werden.

Regie Rainald Grebe + Ausstattung Janna Skroblin + Musik Jens Karsten Stoll + Dramaturgie Johannes Kirsten

Darsteller Rainald Grebe + Jens Karsten Stoll + Klaus-Dieter Werner + Sarah Franke + Hagen Oechel + Henning Hartmann

Pressestimmen

Eine Zeitreise in die Vergangenheit BILD, 30.06.14
mehr
Lust auf mehr Hannoversche Allgemeine, 30.06.14
mehr
Digital ja, aber bitte aufgeklärt nachtkritik.de, 29.06.14
mehr
Wunderbar verspielt Neue Presse, 30.06.14
mehr

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Publikumsstimmen

Eine Klasse Idee,

für mich mit Jahrgang 83, der als digital Native, mit Computern, Handies, Tablets, Konsolen, und dem Internet groß geworden ist, beruflich in dem Metier auch noch als Programmierer arbeitet, läuft der Wandel nicht von Analog nach Digital ab. Er geht genau anders herum.

Eine Menge der "digital Natives" entdecken gerade die Analoge Welt. Weg von MP3 zur Schallpatte. Es ist einfach emotionaler, haptischer die Nadel auf der Vinyl zu legen, als nen MP3 Player zu starten. Weg von der Digitalkamera und dem digitalen Camcorder, hin zu Direktbildkameras, ähnlich ner Polaroid. Bei mir hat ne Canon Super 8 Kamera ausn 70ern Einzug gehalten. Das Dingen rattert, schnurrt, vibriert. Und so geht es durch alle Bereiche. Statt des voll elektronischen Hightech Motorbikes, steht ne alte Herkules Baujahr 63 im Garten. Mal springt sie an, mal nicht und nie läuft sie gleich. Aber das macht den Kick aus. :D

Gerade bei uns "Nerds" und echten digital Natives, gibt es eine wirkliche Renaissance des Analogen Im Gegensatz zur Digitalen Welt, bei der alles gerastert wird und in 1 und null gepresst wird, ist die Analoge Welt so herrlich erfrischend "gefühlsecht".

Gruß,
Markus

Markus Kremer 30.06.2014, 15:23

Tolles Stück!!
So viele Ideen den Wandel in das digitale Zeitalter dazustellen und dabei nicht nur den erhoben zeigefinger zeigen sondern mit witz und charm den zuschauer zum erinnern und nachdenken anzuregen.Ich bin eher in das digi zeitalter hineingeboren worden, konnte aber trotzdem über die Witze lachen, weil man sich doch häufiger in ähnlichen Situationen wiedergefunden hat.
Tolle schauspielerische Leitung war mal wieder da!!

Paula 30.06.2014, 10:28

Lässt sich das digitale Ding auf eigenem analogen Theater bespielen?
Bin gespannt!

Joe Fass 28.04.2014, 09:46

Toll Idee, viel Erfolg! Wie vermittelt man das Ende einer Epoche an eine Generation ohne Erinnerungskultur? Das automatische Subjekt tritt an die Stelle der Person, ein Recorder der uns dabei beobachtet wie wir ein Glas zu leeren versuchen das ständig überläuft. Leben in der Nullzeit. Adorno. Der Rest ist analoges Schweigen.

Mike Dix 26.01.2014, 10:44

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04.01.So 19:30Karten
19.02.Do 19:30Karten

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