Tartuffe

von Molière


  • © Katrin Ribbe

ZUM STÜCK

Orgon ist ein braver Spießbürger. An den meisten Sachen stößt er sich kaum, denn Orgon ist liberal. Als er eines Tages in der Kirche dem verarmten Tartuffe begegnet, spürt er sofort, dass dieser Mann etwas besitzt, was nicht mit Geld aufzuwiegen ist: Glaube, Inbrunst und Strenge. Mit großer Begeisterung holt Orgon sich Tartuffe ins Haus, um von dessen Frömmigkeit und Moralität zu profitieren. Wie einen Heilsbringer himmeln Orgon und seine Mutter den Unbekannten an. Der Rest der Familie kann darüber nur den Kopf schütteln, denn es ist allzu offensichtlich, dass Tartuffe ein Heuchler und Betrüger ist, der Wasser predigt und fremden Wein säuft. Als Orgon seine Tochter Mariane mit Tartuffe vermählen will, schlagen die Wellen hoch. Alle Versuche, Orgon von der Verschlagenheit Tartuffes zu überzeugen, treiben ihn nur weiter in dessen Arme. Molières radikale und für damalige Zeiten revolutionäre Kritik am religiösen Heuchlertum löste einen Theaterskandal ohnegleichen aus.  Heute scheint die bissige Komödie aktueller denn je zu sein. Wo man auf einen Erlöser hofft, der den rechten Weg proklamiert, läuft man Gefahr, auf Abwege zu geraten und einem Scharlatan auf den Leim zu gehen.

 

JEAN-BAPTISTE POQUELIN (1622 –1673) arbeitete in Paris als Rechtsanwalt, bevor er zum Entsetzen seines Vaters eine Komödiantentruppe aufstellte, durch Frankreich tingelte und sich selbst den Künstlernamen MOLIÈRE gab, für den vermutlich eine südfranzösische Ortschaft Pate stand. Nach 1652 begann der Schauspieler und Theaterdirektor selbst Komödien zu schreiben und verhalf dieser dramatischen Gattung zu einem bis dato nie dagewesenem Erfolg. Molière gehört zu den meistgespielten Dramatikern der Weltliteratur. Seine Komödien sind fester Bestandteil der europäischen Bühnenlandschaft.

REGIETEAM

Regie Martin Laberenz + Bühne Volker Hintermeier + Kostüm Aino Laberenz + Musikalische Leitung Friederike Bernhardt + Dramaturgie Johannes Kirsten

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